Ökologie der Mainschleife

 

Ökologisch wertvolle Kulturlandschaft: BN-eigene Streuobstwiese " Struthäcker". - Foto: Hans Schneider
Geprägt durch den Main, den Weinbau und die Sonderkulturen wie Obst und Spargel hat sich gerade an der Mainschleife eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft von einzigartiger Schönheit und höchstem ökologischen Wert entwickelt.

Diesem Bestreben hat die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes "Volkacher Mainschleife" (1969) und die Unterschutzstellung von Teilen der Mainschleife als Naturschutzgebiete Rechnung getragen.

Andererseits aber ist unser Gebiet durch eine Fülle von Eingriffen bedroht:

An erster Stelle sind hier die Waldrodungen durch die Bundeswehr zu nennen. Allein für die Kaserne Volkach wurden 37,2 ha Wald ersatzlos gerodet. Daneben greift die Flurbereinigung immer noch massiv in das Ökosystem ein. Bei der Weinbergsbereinigung in Fahr wurden z.B. 70 % der ökologisch wie landschaftsoptisch wertvollen Streuobstwiesen ( Obsthochstämme ) beseitigt und durch die Monokultur "Weinbau " ersetzt. Weitere Obstbaumrodungen folgten bei der Feldbereinigung. Auch bei Straßenbaumaßnahmen wie der neuen Schnellstraße Volkach - Hörblach wurde kaum Rücksicht auf die Natur genommen. Alternativlösungen, die weniger Eingriffe erforderten, wurden verworfen. Auch der Kies- und Sandabbau, z. B. in Fahr und in Astheim, zerstört weiter wertvolle Natur- und Erholungslandschaft. 

Auenlandschaft am Main bei Fahr. - Foto: Hans Schneider

Umso mehr gilt unser Bestreben, die noch vorhandenen Reste an Natur zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt hier der Altmain zwischen Volkach und  Gerlachshausen. Es handelt sich hier um das letzte frei fließende Stück  Main  zwischen Bamberg und der Mainmündung. Der Altmain als ein kleiner Ausschnitt einer alten Flusslandschaft ist gekennzeichnet durch eine Reihe von Biotoptypen:

- der Fluss mit seinen Kiesflächen, seinen Sandbänken, seinen Flachwasserbereichen, seiner unterschiedlich starken Strömung
- die Buhnenfelder entlang des Flusses mit den starken Wasserspiegelschwankungen
- die Weidengehölze, Auwaldreste, Ruderalzonen
- die angrenzenden Magerwiesen auf kiesig-sandigen Mainterrassen mit den Flugsanden und den hochrangig bedrohten Sandgrasheiden
Gerade dieses mosaikartige Aufeinanderstoßen verschiedenster Lebensräume bewirkt hochkarätige Biotope.

 

Text: Hans Schneider, 04.11.2000. Weitere Ausführungen folgen.